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USA 2012

René Caruso Graf

René Caruso Graf

Die Reise nach Amerika

Es war meine erste Reise in einem wirklich grossen Flugzeug, das darauf ausgelegt ist, auch grössere Distanzen zu überwinden. Einzig mit sieben Jahren hatte ich einmal in einem Wettbewerb den Hauptpreis – ein Rundflug in einem Sportflugzeug – gewonnen. Doch das lag lange zurück.

Doch wie kam es zu dieser Reise? Alles began mit Mara. Mara kam aus Uster und ich lernte sie im Diakonissenhaus Ländli bei einer Andacht kennen. Meine Mutter machte dort Urlaub und ich besuchte sie. Beim Essen kündigte noch ein älterer Herr (er war zumindest einiges älter als ich) eine Andacht über den Zachäus an. Da ich in der Jungschar zu diesem kleingewachsenen Herrn einen Input halten sollte, wollte ich mich noch etwas inspirieren lassen. Also ging ich hin. Schnell wurde mir klar, dass ich mit meinen 28 Jahren zu den jüngeren in dieser Runde gehören sollte, nur Mara, die gleich hinter mir sass, war noch jünger. Ich hatte meinen Pulover von der Jungschar an und nach der Andacht sprach sie mich darauf an. Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus, dann verabschiedeten wir uns wieder von einander.

Einige Zeit war verstrichen, dann meldete sich Mara wieder bei mir. Sie schrieb mir, dass sie zusammen mit anderen in Uster auf die Strasse gehen würde, um mit Menschen über Gott zu sprechen und fragte mich, ob ich auch gerne mal kommen würde. Ich entschied mich dazu, mal einen Tag vorbeizugehen. Dort lernte ich Dominique und Michael kennen. Es gefiehl mir sehr und aus dem einen Tag wurden spontan gleich drei Tage, die ich mit ihnen zusammen verbrachte.

Am zweiten Abend kam Jeffrey zu uns. Mara hat ihn beim Erledigen einiger Einkäufe kennengelernt. Jeffrey sprach sie an, fragte erst nach ihrem Namen und danach, ob sie Christin sei. An diesem Abend wurde viel geredet, da ich aber Englisch besser verstehe als spreche, war ich der stille Zuhörer. Plötzlich schaute mich dieser Jeffrey an und sagte zu mir:

Ich habe den Eindruck, dass du nicht die beste Beziehung zu deinem Vater hattest, aber weisst du Gott ist dir ein richtig guter Vater.

Das hat gesessen, er hat es wirklich total getroffen. Ich erkannte schnell, dass dieser junge Mann nah bei Gott ist und von ihm geleitet wird. Nach diesem Treffen mit Jeffrey, den wir am nächsten Tag nochmals trafen, verging wieder einige Zeit. Dann meldete sich Mara wieder bei Michael, Dominique und mir. Dieses mal war die Frage eine andere, nämlich ob wir Jeffrey in Amerika besuchen wollen. Ich hätte gerne Ja gesagt, doch ich konnte es zu dieser Zeit noch nicht. Es fehlte mir schlichtweg das Geld für den Flug. Dann sprach ich mit meiner Mutter darüber und sie sagte mir, dass sie mir diese Reise gerne zu meinem 30. Geburtstag schenken würde. Ihr gehört an dieser Stelle ein riesig grosser Dank. Ohne ihre finazielle Unterstützung, wäre es für mich nicht zu dieser Reise gekommen.

3 Wochen Amerika – 21 Tage Johannes

Begleitet hat uns diese Zeit besonders das Johannes-Evangelium. 21 Tage waren wir unterwegs, das Evangelium hat 21 Kapitel und ich gestaltete dazu ein Andachtsheft. So gab es zu jedem Tag ein Kapitel aus dem Johannesevangelium.

Tagebuch

Noch im Flieger programmierte ich kurzerhand einen Blog für unsere Reise, damit wir unsere Erlebnisse festhalten konnten.

Über den Wolken

19. April 2012

Um ca. 12.00 Uhr sollten wir vom Flughafen Zürich Richtung Washington D.C. abfliegen. Zuvor gab es aber noch einiges zu tun. Eigentlich kann man das alles in einem Wort zusammenfassen: Einchecken. Was so einfach klingt, erweist sich bei einer Reise in die USA als echte Herausforderung. Umso glücklicher konnten wir uns dann mit unserem Steward schätzen. Dieser war super drauf, hatte Humor und wir hatten ihn von Anfang an ins Herz geschlossen und er uns wohl auch. So ist dann auch dieses Foto (oben) entstanden.

Beim Flugzeugwechsel in Washington D.C. mussten wir uns dann sputen. Wir hatten knapp 1 1/2 Stunden Zeit um durch den Zoll zu gehen, das Gepäck entgegenzunehmen und den nächsten Flieger zu erreichen der uns nach Charlotte bringen sollte. Doch wir hatten alles mit einer kleinen Joggingtour noch geschafft und so kamen wir dann auch planmässig an unserem Zielort an.

Auf den Spuren von Billy Graham

20. April 2012

An unserem ersten offiziellen ganzen Tag in Amerika besuchten wir das ‚Billy Graham Museum‘ in Charlotte. Der Rundgang war sehr eindrücklich und abwechslungsreich. Multimedial wurde man dabei durch das Museum geleitet und hatte genügend Zeit zu staunen, was Gott durch diesen Mann in der ganzen Welt bewirkte.

Auch kullinarisch wurden wir bestens versorgt mit unserem ersten Burger, für alle die es nicht wissen, es gibt hier mehr als Mc Donnalds. Am Abend waren wir dann zusammen in der Church und hatten unsere erste Worship-Zeit. Das kann in den nächsten Tagen noch öfters vorkommen – denn hier gilt: Every day a worship day!

Lasst die Kinder zu mir kommen…

21. April 2012

»Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Himmelreich.« Was Jesus hier in Matthäus 19,14 sagt, das haben wir am Nachmittag ein Stück weit erlebt. Wir besuchten an zwei verschiedenen Orten Kinder, um mit ihnen Lieder zu singen, ihnen eine Botschaft aus der Bibel zu erzählen, für sie zu beten und sie zu segnen und sie zu beschenken. Die Kinder stammen aus eher ärmlicheren Verhältnissen und ihre Eltern können sich nicht um sie kümmern. Als die Kinder das Auto sahen, strömten sie bereits herbei und freuten sich. Wir haben ihnen aber nicht nur etwas mitgebracht, sondern auch viel von ihnen empfangen.

Wie dort Kinderstunden ablaufen hat mich einfach tief bewegt. Mit einfachsten Mitteln, klatschen und singen, vorsprechen und nachsprechen mit entsprechenden Handbewegungen wurde ihnen die Geschichte erzählt und die Kinder waren voll mit dabei. Aber sie haben nicht einfach nur Dinge nachgeplappert sondern auch Fragen zu den Geschichten beantwortet. Viele Kinder sind bereits mit Jesus unterwegs, hat uns die Leiterin erzählt.

Zuvor waren wir noch in einem Park und konnten uns etwas entspannen, geniessen, ein Eis essen. Auch ein Baseball-Turnier durften wir beobachten und wir fanden dabei immer mehr Regeln heraus.

Begegnung mit SWAT

22. April 2012

Für alle die bei diesem Titel nun Angst bekommen, dass wir irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen wären und eine Begegnung mit der taktischen Spezialeinheit S.W.A.T. (Special Weapons and Tactics) gemacht haben, die können wir gleich wieder beruhigen. SWAT steht in diesem Fall für „Students with a Testimony“ übersetzt: „Studenten mit einem Zeugnis“. Diese Gruppe aus Kindern und Jugendlichen studieren verschiedene Stücke ein um auf der Strasse das Evangelium bekannt zu machen. Mit ihnen machten wir uns auf um ärmeren Menschen in der Gesellschaft Nahrungsmittel und eben auch geistliche Nahrung zu bringen.

Der erste Beitrag, den das SWAT-Team brachte bestand aus einem Stuhl auf dem stand: „Sin do not touch“. Ein Mädchen konnte trotz der Warnung nicht widerstehen und berührte den Stuhl worauf sie nicht mehr wegkam. Selbst als alle Freunde ihr helfen wollten klappte es dennoch nicht. Es wäre wohl ewig so weitergegangen, wären da nicht zwei mit der Bibel gekommen und hätten für sie gebetet. Nach diesem Sketch stand ein junges Mädchen (oben) auf den Stuhl und erklärte kurz den anwesenden Leuten, was diese Geschichte bedeutet. Einmal mehr war ich fasziniert von dem Engagement dieser Gemeinde und besonders dieser Kinder.

Reläx Day

23. April 2012

Nach vielen Aktivitäten war nun einfach mal ausspannen angesagt. Dies galt jedoch nicht nur uns, sondern auch der Frau im Mobile-Shop, in dem wir (Mara, Jeffery und René) uns ein Handy mit Sim-Karte besorgten. Ich glaube es hat noch niergends so lange gedauert ein entsprechendes Phone zu erhalten. Eigentlich hätten wir uns dann gleich zu Dominicque und Michael aufmachen sollen, aber da war noch dieser Shop mit coolen Caps und wir konnten einfach nicht wiederstehen uns noch ein Souvenier zu besorgen.

Aber dann 1 Stunde 14 Minuten nach unserer vereinbarter Zeit hatten wir es dann endlich geschafft und wir waren alle wieder beisammen. Also besorgten wir uns Essen im Sub-way und machten es uns gemütlich. Wir fanden dann auch endlich mal etwas Zeit um über die ersten Kapitel des Johannesevangeliums, welches wir in unserer persönlichen Stillen Zeit lesen, auszutauschen.

Am Abend waren Mara, Michael und Dominique zusammen mit Freddie auf der Strasse. „Die Kids“, so Mara, „fuhren total auf uns ab!“ So wurden sie als Spielplatz-Kletter-Geräte gebraucht und die Kids wollten alles von ihnen wissen: Woher sie kommen, wie viele Geschwister sie haben oder auch die Namen der Eltern.

Die Schulbank gedrückt

24. April 2012

Man fragt sich vielleicht: Machen die auch mal Ferien? Jetzt drücken die schon in den Ferien die Schulbank. Doch nicht nur, dass wir in den Ferien die Schulbank drücken, es muss dann auch gleich noch eine Geschichtsstunde sein in der rund 1800 Jahre Geschichte und Kirchengeschichte behandelt werden. Angefangen von der Septuaginta (LXX) die rund 200 Jahre vor Christus entstanden ist, über das Konzil von Nicea (325 n. Chr.) bis hin zur Reformation von Martin Luther im 16. Jahrhundert wurden einige Stationen in amerikanischem Mordstempo betrachtet.

Die Mahlzeit kam dann richtig gelegen: Michael nahm sich einen Burger, die restliche Truppe einigte sich auf einen Fitnessteller.

Am Nachmittag führte uns Freddie in einer christlichen Schule herum. Es war ihr Wunsch, dass wir die 5.-Klässler besuchen und jede/r von uns prophetische Worte von ihnen empfangen können. Es haute uns aus den Socken, was wir dann zu hören bekamen. Wie aus der Pistole geschossen, konnten uns die Kids (mit der Hilfe von Gott) weise Worte über unser Leben aussprechen.

Die Aussage „Amerika = Shopping Paradise“ von Mara’s Kollegin bestätigte sich dann am Nachmittag. Es war unser erstes Mal in einer ‚Mall‘ (grosses Shoppingcenter) und die tiefen Preise begeisterten uns in jedem ‚Store‘ von Neuem – so dass wir letztlich mehr Geld ausgaben als zuhause.

Den Abend liessen wir ausklingen mit einem ausgedehnten Buffet in Freddie’s Haus. Anschliessend pflegten wir Gemeinschaft (‚fellowship‘), indem wir Gott lobten und füreinander beteten.

Lake Norman State Park

25. April 2012

Vom McDonnalds direkt in den Park. Den McDonnalds hätten wir auslassen können, doch wir sind nun seit Tagen ohne Navigationsgerät unterwegs und brauchten mal dringend ein Zugang zum Internet. Das hat dann auch wunderbar geklappt und wir fanden den Weg ohne Probleme. Im Park waren wir unter uns. Der einzige, der uns dort begegnete war ein Jogger mit seinem Hund. Er war so schnell wieder weg, wie er aufgetaucht ist. Begegnet sind uns auch einige amerikanische Eichhörnchen – auch diese waren grösser als bei uns in der Schweiz, was dann wohl auch die Regel bestätigt: In Amerika ist alles bigger.

Nach dem gemütlichen Spaziergang und dem Abendessen gingen wir dann einer typischen sportlichen Betätigung in Amerika nach – dem Basketball. Beim Game „21er“ räumte René ab und stellte seine Treffsicherheit unter Beweis. Doch auch Mara, Michael und Dominique verbesserten ihre Treffsicherheit. Als dann Jeffrey kam, zeigte auch er sein Können. Es hat uns allen Spass gemacht.

Historisch

26. April 2012

Welch wunderbare Aussichten, welch ein Überblick… am Abend waren wir an einem historischen NBA-Game live mit dabei. Die New York Knicks siegten auswärts gegen die Charlotte Bobcats 104:84. Die Stimmung war einfach grandios! Die Leute total gut drauf – wir natürlich auch! Die Charlotte Bobcats haben mit diesem Spiel gleich noch einen neuen Rekord aufgestellt, über den sie vielleicht nicht so gerne sprechen werden: In der Geschichte der NBA hat kein Team in Folge 23 Spiele verloren. Gut zu wissen, dass dieses Team Michael Jordan gehört. Der Mann, welcher als der Beste Basketball-Player aller Zeiten in die Geschichte einging. Hoffen wir mal, er bringt das Team wieder auf Vordermann. Die Saison jedoch ist für die Bobcats bereits gelaufen, es bleibt also für die nächste Saison viel zu tun. Für uns war es keine Niederlage, denn wir waren mit unseren neuen New York Knicks Caps auf der Siegerseite!

Doch auch der Morgen war historisch interessant. Im „Levine Museum of the South“ lernten wir vieles über die Geschichte von South Carolina, die Sklavenarbeit auf den Baumwollfeldern, die Entstehung der ersten Banken, die Wirtschaft und die Entwicklung der Stadt Charlotte kennen.

Tagesausflug ans Meer

27. April 2012

Obwohl am Abend vorher spät geworden ist, machten wir uns früh auf und fuhren nach einer kurzen Nacht an den Folly Beach. Dort angekommen badeten wir zuerst im Meer und kämpften dabei gegen den Wellengang an. René hatte dann die glorreiche Idee eine Sandburg zu bauen. Seine letzte Sandburg am Strand lag auch schon 27 Jahre zurück. Mara kam zu Hilfe und kümmerte sich um die Dekoration. Passend dazu schrieben wir dann noch mit Muscheln „PSALM 18,3“.

HERR du mein Fels, meine Burg, mein Retter, du mein Gott, meine sichere Zuflucht, mein Beschützer, mein starker Helfer, meine Festung auf steiler Höhe!

Dann schauten wir die Altstadt von Charleston an. Diese erinnerte auf den ersten Blick an ein typisches Städtchen, wie man es auch von Westernfilmen her kennt (obwohl wir doch eigentlich im Osten des Landes befinden). Speziell waren auch die Kabelmasten: Ein riesiges Chaos für das schweizerische Auge. In einem kleinen Park (also für amerikanische Verhältnisse) assen wir unser mexikanisches Essen. Dann ging es auch bald wieder zurück, schliesslich hatten wir noch gute vier Stunden Fahrt vor uns.

Prayer Mountain

28. April 2012

Jesus zog sich immer wieder gerne an einen einsamen Ort zurück um allein zu sein. Sicher hat er dabei viel Zeit mit seinem himmlischen Vater verbracht. Das gleiche hatten wir auch vor. Wir fuhren (zwar nicht mit dem Schiff, wie es Jesus damals tat) zu einem Berg mit einem „House of Prayers“. Zuerst hatten wir eine gemeinsame Gebetszeit, in der wir Anliegen austauschten und dafür gebetet wurde. Die Leute waren extrem kontaktfreudig und fanden es super Schweizer begrüssen zu dürfen.

Danach zogen wir uns in den Wald zurück, wo wir mit Gott redeten und auf seine Stimme horchten. Mara lief die ganze Zeit ein Lied nach: „Our God is greater…“. René wartete mit geschlossenen Augen auf ein Bild und dabei sass er die ganze Zeit vor ihm. Es war ein Baum, der um Felsen herum wuchs und dann doch pupsgerade in die Höhe sich erstreckte. Die Widerstände konnten ihn nicht davon abhalten heranzuwachsen. Dominique sah keinen geringeren als Jesus vor sich. Es war für alle von uns eine erbauliche Zeit.

Am Abend waren wir in „THE WELL CHURCH“ in der Jeffrey predigte und für Kranke betete.

Halbzeit

29. April 2012

Es liegt bereits die Hälfte unseres Trips hinter uns. Die zweite Hälfte starteten wir mit dem Besuch der Elevation Church in Charlotte. Diese ähnelte vom Stil her etwa unserem ICF. Einfach an die Video-Message musste man sich gewöhnen. Allein in Charlotte hat es 5 Gemeinden und so werden die Predigten von der Haupt-Church aufgenommen und dann in den anderen Gemeinden ausgestrahlt. Der Worship war dann wieder live.

Zum Mittagessen wurden wir von Jenny eingeladen. Am Nachmittag mussten wir dann noch für unsere Weiterreise nach Washington D.C., Philadelphia und New York waschen und packen. Den Abend verbrachten Michael und Dominique im Fastfood Restaurant „Amarican Road Side“. Wichtige Anmerkung: Ein double layered Burger ist ein Burger mit vier Fleisch. Mara und René ihrerseits spielten den ganzen Abend „Häng män“ mit biblischen Begriffen.

Washington D.C.

30. April 2012

Am Morgen machten wir uns mit dem Auto auf nach Washington D.C. Dort angekommen spazierten wir erst zum Capitol. René machte dabei die Erfahrung, dass man Absperrungen nicht fotografieren darf. Das Foto musste unter dem Auge des netten aber strengen Polizisten wieder gelöscht werden.

Vor dem Capitol fand ein „Bible Reading Marathon“ statt, bei welchem innert 90 Stunden die ganze Bibel „from Genesis to Revelation“ gelesen wurde. Weiter ging es zum Washington Monument und zum Lincoln Temple. Zum Schluss waren wir dann noch bei Nacht beim Weissen Haus.

Weiter ging es zu unserem „Hotel“ in Washington D.C. Die Stadt ist ja extrem sauber, wie wir festgestellt haben. Das „Hotel“ jedoch liess sich mit folgenden zwei Worten zusammenfassen: Hauptsache günstig.

Philadelphia & New York

1. Mai 2012

Am Morgen gingen wir nochmals am Weissen Haus vorbei und besuchten das Naturhistorische Museum. Dann ging es weiter Richtung Philadelphia. Dort besuchten wir das Senatsgebäude in der die Unabhängigkeits-Erklärung der Vereinigten Staaten verfasst und unterzeichnet wurde. Weiter führte unsere Reise zum eigentlichen Zielort – nach New York.

Wir leben dabei in Queens, einem Ort weitab vom eigentlichen Zentrum. Das Haus in dem wir dabei leben übertrifft sogar noch das „Hotel“ in Washington. Gut dass es hier auch Läden gibt, welche bis ca. 3 Uhr morgens offen haben. So konnten Michael, Mara und Jeffrey noch die nötigsten Dinge wie Luftmatratzen, Decken und Food einkaufen. René startete eine Räumungs- und Putzaktion des Zimmers für Mara und Dominique legte sich wegen Kopfschmerzen erst einmal hin. Während die Michael, Mara und Jeffrey noch weg waren, kam es zu einem angsterregenden Zwischenfall. Plötzlich polterte ein kräftig gebauter Afroamerikaner an die Türe und schrie rum. Der wollte rein, aber René öffnete natürlich nicht die Türe. Was aber sollte er tun? Dieses Haus hatte noch nicht mal ein Telefon und mit dem Handy war im Ausland auch nix. Also abwarten und hoffen, dass sich die Situation von selbst wieder entsprannt. Und so war es dann letztlich auch. Dieser Typ zog von dannen. Am nächsten Tag stellte sich dann heraus, dass es der Nachbar war und weil er zu viel getrunken hatte, hielt es auch seine Frau nicht für nötig, ihn bei diesem Zustand reinzulassen. Irgendwie verständlich. Willkommen in New York.

Manhattan & Hudson River

2. Mai 2012

„Einmal „Ausschlafen“ einfach bitte.“ Der Morgen verlief etwas gemütlicher als an anderen Tagen. Ausschlafen war angesagt. Den Rest des Morgens verbrachten wir damit die Wohnung wohnbar zu machen, unser Morgenessen einzunehmen und zu duschen. Am Mittag machten wir uns auf nach New York. In die Innenstadt hatten wir rund 2 Stunden mit dem Auto.

Der erste Eindruck der Stadt (genauer gesagt von Manhattan) war wie erwartet: Alles nochmals grösser, als was wir bisher gesehen haben. Grössere Bauten, mehr Menschen und was ein Verkehr da war.

Nach dem Nachtessen machte sich Jeffrey auf in seine Gemeinde und wir nahmen zum ersten Mal die Metro und fuhren einige Stationen. Dann machten wir uns zu Fuss an den Hudson River auf und bestaunten die wunderschöne Skyline.

Expansiv aber lohnenswert

3. Mai 2012

Dieser Tag war geprägt von vielen Eindrücken. Zuerst nahmen wir das Schiff und fuhren hinaus zur Freiheitsstatue. Nach diesem Trip brauchten wir unbedingt etwas zu essen. Ohne erst einmal auf die Speisekarte zu schauen, betraten wir ein Chinarestaurant. Wichtig zu erwähnen: Das Restaurant steht im Zentrum von Manhattan. Entsprechend waren dann auch die Preise auf der Karte (die wir ja erst drinnen studierten). Wir wussten nicht was uns erwartet. Das gute war natürlich, dass wir einige Platten bestellen konnten und diese dann rotieren liessen. Es war bisher wohl das feinste Essen, das wir bekamen. Es war exzellent.

Der absolute Höhepunkt – vielleicht sogar unserer gesamten Reise – war dann der Besuch vom Musical Sister Act im Brodway Theatre. Uns faszinierte vom Anfang bis zum Ende die extrem gut abgestimmte Bühnentechnik. Es gab keinen einzigen Unterbruch. Alles war bis aufs äusserste perfekt. Aber auch die schauspielerische Leistung, der Gesang, das Orchester und die Handlung war auf dem höchst erdenklichsten Niveau. Der Auszeichung im Jahr 2011 als das beste Musical des Jahres ist sicherlich wohlverdient. Dieses Musical allein schon ist eine Reise nach New York wert. Aber kauft die Tickets bei TKTS.com, dort spart man sich haufenweise Kleingeld! Es ist zwar Expansiv aber doch jeden Franken – ach ich meine jeden Dollar – wert.

Nach diesem Highlight gingen wir zu Jeffreys Gemeinde und wollten ihn eigentlich nur abholen. Doch wie afrikanische Gottesdienste so ablaufen ging es ein kleines bisschen länger. Aus 1-Uhr wurde 2-Uhr und es war dann ungefähr 3:30 Uhr am Morgen als wir zuhause ankamen. Aber die Leute waren extrem herzlich und man fühlte sich gleich wie zuhause. Das verdrängte dann auch etwas unsere Müdigkeit. Am Morgen (bzw. es ging bereits gegen Mittag zu) erklärte uns Jeffrey, dass der Pastor extra noch eine Stunde länger gepredigt habe, weil wir von so weit her kamen :).

Shoping Tour

4. Mai 2012

Ob Hemd, Gravatte, Anzug, kurze Hosen, lange Hosen, Sonnenbrillen, fette Jacken, dünne Jacken, Shirts oder Schuhe – alles wurde heute anprobiert und manches davon gekauft. Heute war eine Shopping-Tour in New York angesagt. Wenn man nicht gerade im Zentrum von Manhatten einkauft, dann bekommt man gute Kleider zum kleinen Preis.

Am Abend dann gleich nochmals eine kleine Shopping Tour, dieses mal waren es Nahrungsmittel. Einen kleinen Spass mussten wir uns erlauben bei diesen originellen Einkaufswagen, auf dem bis zu zwei erwachsene Kinder Platz hatten. So sind wir dann durch den praktisch leeren Laden gerast. Es war ja auch schon 23 Uhr und kaum mehr jemand da.

African Church & Brooklyn Bridge

5. Mai 2012

An diesem Morgen gingen wir erneut in die afrikanische Gemeinde. Der Worship war einfach grandios. Vier Afrikaner sangen ein Medley. Bei einem Song begrüßten wir einander singend mit Umarmung. Wir wurden wieder sehr herzlich empfangen. Als der Prediger dann kam, zog er den Worship gleich weiter und sang gleich nochmals einen Gospelsong mit seiner sagenhaften Stimme. Auch während der Predigt sang er gelegentlich passend eine kleine Passage eines Liedes. Und besonders eine Frau im Saal quitierte alles mit einem halsstarken „Halleluja!“ oder „Amen!“ Selbst als der Pastor erzählte, wie jemand wieder die Welt lieb gewonnen hatte, fand sie mit „Oh no! Oh no!“ noch Worte dafür. So was hat sich René schon immer geträumt, bei einem solchen Gottesdienst dabei zu sein. Wir hätten die SängerInnen am liebsten gleich mit nach Hause genommen. Als wir es einer von ihnen sagten, da krümmte sie sich fast vor lachen. Doch sie wehrte leider letztlich doch ab, sie fühle sich sehr wohl hier. Tja man kann es ihr nicht übel nehmen, wir wären ja auch gerne noch länger geblieben.

Gegen den Abend waren wir dann noch an der Brooklyn Bridge. Wir hatten traumhaftes Wetter, genossen die Aussicht und natürlich wurden auch wieder haufenweise Fotos geschossen.

Central Park & Rockerfeller Center

5. Mai 2012

Es mussten unbedingt noch einige Punkte auf der Liste abgestrichen werden, bevor wir dann wieder nach Hause fliegen. Deshalb ging es heute gleich nach dem Morgenessen ab in den Park. Es war nicht irgendein Park sondern der berühmte Central Park in New York. Dieser liegt inmitten der Stadt und erstreckt sich über eine Länge von über 4 Kilometer und ist rund 800 Meter breit.

Von diesem längeren Spaziergang ging es in die Höhe und zwar auf das Rockerfeller Center. Dieses gehört mit seinen 259 Metern zu den 10 höchsten Gebäude von New York. Es hat zwar geregnet und war auch eher kühl, doch die Sicht war dennoch gut, so dass wir sogar den Horizont sehen konnten :-).

 

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