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Feuer!

René Caruso Graf

René Caruso Graf

In diesem Jahr kam es in Kalifornien zu verheerenden Waldbränden. Auch ein guter Freund von uns lebt in dieser betroffenen Gegend. Viele haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Er selbst, seine Familie und sein Haus blieben zum Glück verschont. Etwa 1,5 Kilometer von ihm entfernt hat das Feuer gewütet. Wegen der Rauchentwicklung mussten auch sie das Haus für einige Zeit verlassen. Insgesamt brannten in Kalifornien bei diesen Bränden 3880 km² Fläche nieder. Um ein Verhältnis dafür zu bekommen, das ist etwas mehr als die Fläche vom Kanton Waadt (3212 km²) oder mehr als die Hälfte vom grössten Kanton der Schweiz (Graubünden – 7105 km²).

Jesus kam, um ein Feuer anzuzünden

In dieser Advents- und Weihnachtszeit habe ich über einen Text nachgedacht, den ich bisher nicht so stark mit Weihnachten in Verbindung brachte. Es geht dabei um Lukas 12,49-53. Jesus beginnt dabei mit den Worten:

Da sind wir mitten im Thema Weihnachten. Wozu ist Jesus in diese Welt gekommen? Seine Antwort darauf: Um ein Feuer anzuzünden. Natürlich nicht ein Feuer, wie wir dieses in Kalifornien hatten. Von diesem Feuer, das der Messias bringen würde, sprach schon Johannes, als er die Menschen im Jordan taufte:

Ich taufe euch mit Wasser ´als Bestätigung` für eure Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich; ich bin es nicht einmal wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. (Matthäus 3,11)

Es geht also um die Menschen und was der Messias in ihnen bewirken wird. Das was hier beschrieben wird erfüllte sich dann an Pfingsten. Dort kam der Heilige Geist und es wird dort beschrieben, dass der Geist in Feuerzungen auf sie herabgekommen sei. Als Jesus über dieses Feuer sprach, lag dieses Ereignis aber noch in der Zukunft. Vorher musste noch einiges geschehen.

Jesus hat alles gegeben

Um dieses Feuer zu entfachen, hatte Jesus wirklich alles gegeben. Vielleicht kann man es damit vergleichen, dass jemand nach einer längeren Regenperiode ein Feuer in einem Wald entfachen will. Das Holz ist nass und es ist dabei eine Herausforderung ein Feuer zu entfachen. Auf jeden Fall braucht es mehr Zeit und Geduld als während einer Zeit der Trockenheit. Doch was Jesus dafür tat, übersteigt auch die grösste Regenperiode. Er sagte gleich darauf, warum dieses Feuer noch nicht brennt:

Aber vor mir steht eine Taufe, mit der ich noch getauft werden muss, und wie schwer ist mir das Herz, bis sie vollzogen ist!

Getauft war Jesus bereits. Er liess sich längst im Jordan von Johannes taufen. Welche Taufe könnte er hier also meinen? Er bezieht das auf seine bevorstehende Kreuzigung. Die Taufe bezieht sich ja die Umkehr und Busse und das neue was Gott dadurch schafft. Eigentlich hatte Jesus bereits die Taufe am Jordan nicht nötig, denn er hatte ja keine Schuld. Was er dort tat, war genauso stellvertretend, wie das was er dann später am Kreuz vollbrachte. Zu Johannes dem Täufer sagte er damals, als dieser sich nicht als würdig erachtete ihn zu taufen – eigentlich hätte er ja von ihm getauft werden sollen:

»Lass es für diesmal geschehen! Es ist richtig so, denn wir sollen alles erfüllen, was Gottes Gerechtigkeit fordert.« (Matthäus 3,15)

Jesus gibt ihm im Grunde recht, doch er soll es für dieses eine Mal so geschehen lassen. Die Gerechtigkeit Gottes verlangt es so. Die Gerechtigkeit Gottes verlangte also, dass er diese Taufe stellvertretend auf sich nahm. Es war bereits ein Blick aufs Kreuz und diese andere Taufe, von der Jesus sagte, dass ihm das Herz so schwer ist, bis diese vollzogen sei.

Dieses Feuer in den Menschen zu entfachen, von dem er am Anfang sprach, hat Jesus also alles gekostet – es hat ihn das Leben gekostet. Er setzte alles auf diese Karte, damit dieses Feuer entfacht weren konnte.

Sein Feuer trennt

Nochmals zurück zu diesem Feuer in Kalifornien. Solche Brände haben immer wieder die Trennung zur Folge: Die einen verlieren alles, die anderen werden verschont. Die einen müssen die Flucht ergreifen, die anderen nicht. Die einen können zurückkehren in ihre Häuser, die anderen müssen erst alles wieder aufbauen. Ganze Landstriche werden voneinander getrennt.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit dem Feuer, das Jesus auf diese Erde brachte. Er sagte weiter:

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Entzweiung.Von jetzt an wird es so sein: Wenn fünf Menschen unter einem Dach leben, werden sich drei gegen zwei stellen und zwei gegen drei.Der Vater wird sich gegen den Sohn stellen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Dieser Teil ist wirklich eine Herausforderung. Kam denn Jesus nicht um Frieden in die Welt zu bringen? Klar kam er dazu, denn er wurde ja als Friedensstifter bereits von Jesaja angekündigt. Aber warum sagt er denn, dass er nicht dazu gekommen sei? Widerspricht er damit nicht dem Auftrag, den der Messias eigentlich hatte? Ich sage: Nein das widerspricht sich nicht. Frieden hat mehrere Komponenten. Den Frieden, den Jesus gebracht hatte betraf in erster Linie den Frieden mit Gott. Diese Beziehung sollte wieder hergestellt werden können. Natürlich sollte dieser Frieden auch sozialen Frieden bewirken. Es soll auch Versöhnung in den Familien geschehen. Doch für diesen Frieden konnte Jesus keine Garantie abgeben. Schliesslich ist das leben mit Jesus eine freiwillige Entscheidung, die jeder treffen kann, aber nicht gezwungen ist sie zu treffen. Es ist nun mal so, dass sich jemand in einer Familie für seinen Frieden entscheidet, doch die anderen tun es nicht. Also bringt dieses gute Feuer, das Gott in den Menschen bewirkt auf der anderen Seite Entzweiung. Ich denke es wäre falsch, diesen Text aktiv zu verstehen: Jesus ist kein aktiver Unruhestifter oder jemand der aktiv Beziehungen entzweit. Jesus wäre es selbstverständlich lieber, eine Familie käme geschlossen zum Glauben an ihn. Doch in der Realität sieht es oft anders aus. Es kommt zu Spannungen, zu Missverständnissen und das kann je nach Kultur bis zum Ausschluss aus der Familiengemeinschaft führen, was gerade in der jüdischen Kultur damals einem Ausschluss aus der Gemeinschaft darstellte.

Das Feuer, welches Gott in die Menschen säete stösst auf Gegenwind. Der Feind Gottes versucht immer wieder dieses Feuer auszulöschen und das fängt bereits in den Familien an. Das Feuer der Liebe Gottes trifft auf kalte Herzen oder es trifft auf verzehrendes und vernichtendes Feuer vom Feind Gottes. Das ist eine grosse Herausforderung, dabei immer die Liebe im Herzen bewahren zu können.

Auf der anderen Seite wächst auch eine neue Familie heran. Jeder, der sich für ein Leben mit Jesus entscheidet und den Frieden von Gott bekommt, wieder in seiner Gemeinschaft leben zu können, wird automatisch auch ein Kind von ihm. Er gehört also zu einer neuen Familie.

Für wen oder was brennst du?

Zum Schluss möchte ich dir einige Frage. stellen: Für wen oder was brennt dein Herz? Brennt dein Herz für den Frieden, den Gott uns gibt? Oder brennt dein Herz für andere Dinge?

Jesus hat alles gegeben, dass wir Frieden mit Gott haben können. Dazu kam er auf diese Erde. Sein Wunsch ist auch heute noch, dass sein Feuer in den Herzen der Menschen zu brennen beginnt. Lässt du dich auf dieses Feuer ein?

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