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Weihnachten im Juli

René Caruso Graf

René Caruso Graf

„Weihnachten einmal völlig ohne Kommerz und die ständigen Gedanken an Geschenke erleben“, das waren unsere Gedanken, als wir uns entschieden haben, Weihnachten einmal mitten im Juli zu feiern. Nachfolgend einige Gedanken für einen biblischen Input, das Thema wie gesagt: „Weihnachten im Juli“ oder „Jesus kommt überraschend und zeitlich unpassend“.

Vor dem Input haben wir im Juli – wie könnte es anders sein – die Weihnachtsgeschichte nachgespielt. Unser Hauptleiter sass beim Treffpunkt an der Bushaltestelle mit einer Trommel und sagte, dass sich bitte alle in der Heimatstadt eintragen lassen sollen. Unterwegs begegneten den Jungschärlern dann die Engel, die Könige und am Ende Maria, Josef und das Jesuskind (in unserm Fall eine Baby-Puppe).

Weihnachten im Juli?

Warum feiern wir Weihnachten mitten im Juli? Das passt doch überhaupt nicht! Klar, das passt wirklich nicht. Für gewöhnlich feiern wir Weihnachten eben an Weihnachten – am 24. Dezember um genau zu sein und das jedes Jahr. Ausser eben in diesem Jahr. Dieses Mal fällt Weihnachten ausnahmsweise auf den 6. Juli. Warum das? An die Geburt von Jesus können wir uns nicht nur am 24. Dezember erinnern und ehrlich gesagt war das in jenem besagten Jahr ja auch völlig anders: Jesus kam völlig überraschend und zeitlich unpassend.

Jesus kommt überraschend

Die Bibel steckt voller Überraschungen. Viele finden sich gerade auch in der Weihnachtsgeschichte.

Maria wird einen Sohn gebären

Die erste Überraschung erlebt Maria. Sie ist in ihrem Haus. Ob sie nun in der Stube sass und strickte oder ob sie in der Küche stand und Brot backte, das wissen wir nicht. Was wir aber wissen können, sie lebte nicht gerade in luxuriösen Verhältnissen. Eher lebte sie bescheiden oder gar in ärmlichen Verhältnissen. Es reichte zum Leben, aber reich war sie nicht. Plötzlich kommt ein Engel ins Haus. Nicht einer dieser kleinen Engeln mit dickem Bauch und viel zu kleinen Flügeln, wie sie oft dargestellt werden. Nein, es ist ein Erzengel. Einer der gewaltigsten Engel, der direkt vor Gott steht, wie er es gegenüber Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer sagte. Sein Name ist: Gabriel. Er ist überhaupt einer von zwei Engeln die in der Bibel namentlich genannt werden. Einer war Michael, der andere Gabriel.

Dieser Engel kam überraschend zu Besuch. Maria erschrak, als er den Raum betrat. Damit hätte sie nun wirklich nicht gerechnet, dass einer der mächtigsten Engeln vor sie treten würde. Doch der Engel sagt zu ihr:

Josef träumt

Die erste Überraschung erlebte Josef. Nie und nimmer hätte er das für möglich gehalten. Seine Verlobte wurde schwanger und sie hatten noch nicht einmal geheiratet und hatten auch nicht miteinander geschlafen. Das gehörte sich einfach nicht und war eine Schande in der jüdischen Kultur. Josef wollte seine Verlobte verlassen und wollte es tun ohne grosses Aufsehen zu erregen, denn er wollte sie nicht öffentlich blosstellen. Was für ein Mann. Er wurde bitter endtäuscht und doch liebt er Maria so sehr, dass er ihr diese Schande ersparen möchte.

Dann gleich die zweite Überraschung. Josef schläft und ein Engel des Herrn erscheint ihm, dieser teilt ihm mit, dass er sich nicht davor fürchten soll Maria zu seiner Frau zu nehmen, denn das Kind, welches sie erhalten würde ist nicht irgendwie von einem andern Mann, sondern von Gott höchstpersönlich – sie ist durch den Heiligen Geist schanger geworden.

Die Engel auf dem Feld

Auch für die Hirten muss es eine grosse Überraschung gewesen sein, als ihnen plötzlich der Engel des Herrn erschienen ist. Zumindest waren sie nicht darauf vorbereitet. Sie erschraken nämlich. Doch ein Engel war nicht genug. Plötzlich war da eine ganze Schar von Engeln, die Gott priesen. Und die Hirten gingen hin und fanden alles so vor, wie es durch den Engel angekündigt worden war.

Herodes und ganz Jerusalem

Dann kamen Sterndeuter nach Jeruaslem und erkundigten sich wo der Neugeborene König zur Welt kommen soll, sie hätten seinen Stern aufgehen sehen. Wieder war niemand darauf vorbereitet. Herodes erschrak und mit ihm ganz Jersualem. Wie bitte? Ein neuer König? Erst die Schriftgelehrten brachten Licht ins Dunkle. „In Bethlehem“, gaben sie zur Antwort. Denn so steht es in der Schrift geschrieben (Micha 5,1): Du Bethlehem bist keinesfalls die Geringste unter den Städten in Juda, denn aus dir wird der Fürst hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird, wie ein Hirte seine Herde.

Jesus kommt zeitlich unpassend

Aber Jesus kommt nicht nur überraschend, er kommt auch zeitlich unpassend.

Herodes

Für König Herodes kam dieser neugeborene König sehr ungelegen. Ein König? Das bedeutet doch Machtverlust. Das ging auf keinen Fall. Dieser König musste verschwinden. Unter dem Vorwand, dem Kind auch die Ehre zu erweisen bat er deshalb die Sterndeuter zu sich. Sie sollten zurückkommen und ihn informieren, sobald sie es gefunden hätten. In Wirklichkeit aber wollte er Jesus töten lassen.

Die führenden Priester und Schriftgelehrten

Was vielleicht noch mehr erstaunt, Jesus kam auch ungelegen für die führenden Priester und Schriftgelehrten. Sie waren allesamt geniale Theologen, die sich in den Schriften auskannten. Sie konnten den Sterndeutern die richtige Auskunft darüber geben, wo der Messias geboren werden sollte, in Bethlehem selbstverständlich. Doch wir lesen kein Wort darüber, dass auch sie hingingen um dieses Kind, den Messias zu besuchen. Von Jerusalem nach Bethlehem sind es vielleicht 10 Kilometer. Also im Vergleich zu dem Weg, den die Sterndeuter auf sich nahmen ein Katzensprung. In der Tat waren sie gute Theologen, aber irgendwie scheint doch eine persönliche Beziehung zu fehlen. Das Volk wartet Jahrhunderte auf diesen einen König und von denen die es am besten wusste, bricht keiner in Begeisterung aus? Das ist ziemlich beschämend.

Und wenn Jesus wiederkommt?

Und wie wird es sein, wenn Jesus wiederkommt? Nun, Jesus erzählt dazu ein Gleichnis:

»Wenn der Menschensohn kommt, wird es mit dem Himmelreich wie mit zehn Brautjungfern sein, die ihre Fackelnnahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die Törichten nahmen zwar ihre Fackeln mit, aber keinen Ölvorrat. Die Klugen dagegen hatten außer ihren Fackeln auch Gefäße mit Öl dabei. Als sich nun die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nachtertönte plötzlich der Ruf: ›Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! ‹Die Brautjungfern wachten alle auf und machten sich daran, ihre Fackeln in Ordnung zu bringen. Die Törichten sagten zu den Klugen: ›Gebt uns etwas von eurem Öl; unsere Fackeln gehen aus.‹Aber die Klugen erwiderten: ›Das können wir nicht, es reicht sonst weder für uns noch für euch. Geht doch zu einem Kaufmann und holt6 euch selbst, was ihr braucht!‹Während die Törichten weg waren, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die fünf, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal. Dann wurde die Tür geschlossen.Später kamen auch die anderen Brautjungfern und riefen: ›Herr, Herr, mach uns auf!‹ Doch der Bräutigam antwortete: ›Ich kann euch nur das eine sagen: Ich kenne euch nicht!‹« »Seid also wachsam!«, ´schloss Jesus.` »Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde im Voraus.« (Matthäus 25,1-13)

Auch dann, wenn Jesus – der Bräutigam – wiederkommt, kommt er überraschend und zumindest für fünf von diesen Brautjungfern zeitlich unpassend. Die Ankunft zögerte sich erst heraus und dann als es soweit war, waren fünf von ihnen nicht darauf vorbereitet und standen wenig später vor verschlossenen Türen. Jesus rät uns also dazu wachsam zu sein, denn wir wissen weder den Tag noch die Stunde im Voraus.

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