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Kalt, lauwarm, heiss

René Caruso Graf

René Caruso Graf

Mit den Kids aus unserer Gemeinde machten wir eine Art Schnitzeljagd. Alle Gruppen bekamen am Anfang eine Farbe zugewiesen und hatten eine andere Route. die jüngeren Kids eine etwas kürzere, die älteren selbstverständlich eine etwas längere. In der ersten Box war ein Foto zerschnitten mit dem ersten Hinweis, wo es hingehen soll. Sie mussten diesen Punkt suchen (es bedingt natürlich, dass die Kinder die Gegend bereits kennen). Unterwegs haben wir allerdings auch noch der Farbe entsprechende Hinweise mit Kreide auf den Boden gemalt. An diesen konnte man sich auch orientieren. Am Ort war dann jeweils ein Sack mit dem nächsten Puzzle gut versteckt. Ein Leiter ging mit der Gruppe mit und die Kinder durften den Leiter fragen, ob sie am richtigen Ort suchen würden. Dieser antwortet jeweils mit „kalt“, „lauwarm“ oder „heiss“.

Wir schauten, dass die Gruppe mit den jüngeren Kids einen gewissen Vorsprung hatten und beim Zielpunkt Schokolade und Bananen verstecken konnten, bevor die anderen Gruppen am Ort eintrafen. Dann waren sie dran, damit die älteren diese Dinge finden konnten gaben auch sie den Hinweis „kalt“, „lauwarm“ oder „heiss“.

Anschliessend machten wir auf dem Feuer Schoggibanane. Die meisten Kinder lieben das.

Laodizea

Dieses Spiel eignet sich besonders um auf das Sendschreiben in Offenbarung Kapitel 3 an Laodizea Bezug zu nehmen.

Dieser Ort Laodizea verband man in der Antike als eine sehr reiche Stadt. Sie waren bekannt für teure Kleider und waren in der Medizin (Herstellung von Augensalben) spezialisiert. Um 25 vor Christus gab es in der Region ein Erdbeben und vieles wurde dem Erdboden gleich gemacht. Doch sie schafften es in der Region als einzige praktisch ohne fremde Hilfe die Stadt wieder aufzubauen. Auf all das was diese Gemeinde hatte nimmt Jesus Bezug, wenn er der Gemeinde ausrichten lässt:

Du sagst: ›Ich bin reich und habe alles im Überfluss, es fehlt mir an nichts‹, und dabei merkst du nicht, in was für einem jämmerlichen und erbärmlichen Zustand du bist – arm, blind und nackt.

Offenbarung 3,17

Sie waren zwar äusserlich materiell gesegnet, sie waren reich, hatten Augensalbe und teure Kleider. Doch die Gemeinde war in einem erbärmlichen und jämmerlichen Zustand. Sie waren arm und nicht reich. Sie waren blind – da war nichts mit Augensalbe und sie waren nackt – keine teuren Kleider.

Doch was war der Grund dafür? Jesus sagte, dass sie weder richtig warm sein würden, noch richtig kalt. Wenn sie doch wenigstens das eine oder das andere wären. Das widert Jesus richtiggehend an. Und wieder trifft er einen Nerv dieser Gemeinde, denn diese Stadt war auf einer Anhöhe gebaut und sie hatten kein fliessendes Wasser. Das Wasser musste dort hin transportiert werden. Dazu wurden Wasserleitungen gebaut. Doch das Wasser kam aus dem Süden und war wohl sehr kalkhaltig, wie sich an Ablagerungen an historischen Bauten jener Zeit noch erkennen lässt. Doch ein zusätzliches Problem war noch, dass dieses Wasser beim Transport erhitzt wurde. Ich weiss nicht ob du schon lauwarmes Wasser getrunken hast, aber so wirklich schmeckt uns das nicht. Wir lieben frisches und kühles Wasser beim Trinken. Oder wenn es dann Tee sein soll, dann darf es gerne auch heiss sein.

Der Vorwurf, den Jesus ihnen hier macht muss schwer auf dem Magen gelegen haben. Sie brennen nicht für Jesus. Was sie für ihn tun, da ist das Herz nur so halbpatzig bei ihm.

Doch Jesus gibt ihnen einen Rat:

Ich rate dir: Kaufe bei mir Gold, das im Feuer gereinigt wurde, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du etwas anzuziehen hast und nicht nackt dastehen und dich schämen musst. Kaufe auch Salbe und streiche sie dir auf die Augen, damit du wieder sehen kannst.

Offenbarung 3,18

Kauft doch bei mir ein! Das ist in erster Linie im übertragenen Sinn gemeint. Jesus meint damit: Erkennt den wahren Wert, den ich euch geben will. Euer Gold mag weltlich gesehen toll sein. Doch mein Gold, das ich euch gebe, das ist viel kostbarer und wertvoller. Es hat einen ewigen Wert und damit seid ihr wirklich reich. Mit euren Kleidern könnt ihr vor mir nicht bestehen. Ihr könnt es noch lange versuchen, vor mir seid ihr nackt, aber mit den Kleidern die ich euch gebe, könnt ihr vor mir bestehen. Sie halten was ich verspreche. Und eure Augensalben mögen zwar weltlich gesehen helfen und heilen, doch gegen die geistliche Blindheit hilft nur meine Augensalbe, da kann eure keine Heilung erzielen.

Und Jesus schliesst mit einem wunderschönen Teil mit einer riesigen Verheissung:

So mache ich es mit allen, die ich liebe: Ich decke auf, was bei ihnen verkehrt ist, und weise sie zurecht. Darum mach Schluss mit deiner Gleichgültigkeit und kehre um! Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer meine Stimme hört und mir öffnet, zu dem werde ich hineingehen, und wir werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir. Dem, der siegreich aus dem Kampf hervorgeht, werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich den Sieg errungen habe und jetzt mit meinem Vater auf seinem Thron sitze. Wer bereit ist zu hören, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!«

Offenbarung 3,19-20

Ich habe es schon oft erlebt, dass Menschen andere Menschen kritisiert haben und doch fehlte dabei oft eine wichtige Komponente: Die Liebe. Jesus ist anders. Er liebt seine Gemeinde unendlich fest. Doch gerade weil er sie liebt, will er auch, dass sie nicht in die Irre läuft. Er denkt schonungslos auf, was verkehrt ist. Doch er klopft auch an. Er steht vor der Türe und will reingelassen werden. Er tritt die Türe nicht gewaltvoll ein. Doch wer ihm öffnet, der wird nicht sein blaues Wunder erleben. Nein er steht draussen, will reinkommen und dann geht es darum miteinander zu essen. Er will Gemeinschaft haben mit seiner Gemeinde. Er will mit ihnen essen und trinken und Zeit verbringen. Und als kleines Zückerchen obendrauf will er sie gar noch auf Throne setzen und mit ihnen zusammen regieren. Ist das nicht absolut krass? Es ist eine Gemeinde bei diesen sogenannten Sendschreiben, die kein einziges Lob erhalten und doch ist seine Gnade so unfassbar gross, dass er ihnen so viel geben will. So ist seine Vergebung für alle die umkehren und Schluss machen mit ihrer Gleichgültigkeit ihm gegenüber. Mich begeistert das immer wieder aufs Neue.

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