Der Lauf der Dinge

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Der Lauf der Dinge ist ein erlebnispädagogisches Game, bei der eine Gruppe mit bereitgesteltem Material eine Kettenreaktion baut. Diese ganze Reaktion darf an einer Stelle ausgelöst werden und am Schluss soll ein Ziel erreicht werden.

In diesem originellen Film ist es ein «ein-Mann-ein-Baby-Projekt», doch in unserem Game geht es darum, dass die ganze Gruppe sich am Aufbau beteiligt.

Vorbereitung

Material beschaffen und bereitstellen

Der Gruppe wird haufenweise Material zur Verfügung gestellt. Welches Material sie für das Erreichen des Ziels verwenden, ist letztlich ihnen überlassen. Mögliche Materialien:

  • Dominosteine
  • Seile
  • Eimer
  • Bälle
  • Schnur
  • Klebstreifen
  • Papier / Karton
  • WC-Röllchen
  • Murmeln
  • Holz
  • Gleichgewichtswage
  • Spielzeugautos (ohne Fernbedienung)
  • Petflaschen
  • Tetra-Pack
  • Elastische Schnur / elastischer Faden

Das sind nur Beispiele, schaut was ihr habt und beschafft ggf. noch zusätzliches Material. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Je mehr unterschiedliches Material ihr habt, umso spannender wird es.

Zielvorgabe

Setzt ein klares Ziel, das es am Ende zu erreichen gibt. Ziele können sein:

  • Am Ende soll dieser Radio laufen und Musik spielen
  • Es soll mit diesem Stift hier ein schwarzer Strich auf diesem Schaf sein (ich habe dazu ein Schaf gezeichnet und knüpfte in meinem Input zum Thema Jakob und Laban daran an)
  • Ein Lichtschalter betätigt werden und das Licht an- bzw. ausgeschaltet werden

Auch hier könnt ihr kreativ sein.

Pädagogisches Ziel

Am Ende soll die Übung reflektiert werden, schliesslich geht es auch darum ein pädagogisches Ziel zu erreichen und die Teilnehmer sollten für sich was mitnehmen können. Ich gehe in der Regel in diesem Game auf die Rollen ein, die man in der Gruppe einnehmen kann:

  • Chef
  • Erfinder
  • Motivator
  • Mitarbeiter / Helfer
  • Beobachter

Diese Rollen schreibe ich jeweils auf ein Blatt und hänge diese Blätter am Ende auf. Die einzelnen Teilnehmer können dann für sich entscheiden, in welcher Rolle sie sich in diesem Game am meisten sahen. Dabei ist wichtig, dass die Rollen in der Gruppe nicht gewertet sind. Der Chef ist nicht wichtiger, als ein Erfinder oder Beobachter.

Je nach Verlauf des gruppendynamischen Games können auch weitere Aspekte mit in die Refflexion einflissen. Das setzt voraus, dass der Gruppenleiter sich während des Games aufs Beobachten konzentriert. Gerade wenn Schwierigkeiten aufgetreten sind, so kann es hilfreich sein, den Gruppenprozess weiter zu analysieren: Wie liefen die einzelnen Phasen im Gruppenprozess (Forming, Storming, Norming, Performing) ab? Wo hat es gestockt? Gab es Konflikte, die beim Norming nicht gelöst werden konnten? Hat jemand den Lead übernommen? War die Gruppe damit einverstanden?

Während des Games

Einführung

  1. Erklären, wo die Kettenreaktion ausgelöst wird und wo das Ziel ist
  2. Zielvorgabe bekanntgeben
  3. Erklären welches Material die Gruppe zur Verfügung hat und was sie ggf. sonst noch gebrauchen dürfen (Dinge die sie bei sich haben).

Gruppeneinteilung

Je nach Gruppengrösse macht es Sinn die grosse Gruppe in mehrere kleinere Gruppen von 4-6 Personen einzuteilen. Jede Gruppe bekommt ein bestimmtes Etappenziel:

  • Ihr baut von diesem Tisch bis zu diesem Stuhl
  • ihr von diesem Stuhl bis zum Sofa,
  • ihr vom Sofa bis zur Kommode, wo der Radio steht.

Hilfestellung

Während des Games sollten die Gruppen so wenig wie möglich unterstützt werden. Es geht darum, dass sie selber Lösungen entwickelt. Es ist möglich im Vorfeld bekannt zu geben, wie oft die Gruppe eine Frage stellen darf bzw. Hilfe bekommt. Das kann in Form eines Tickets sein (bspw. bekommt jede Teilgruppe zwei Tickets).

Nach dem Game

Reflexion

Am Ende des Games hänge ich jeweils die verschiedenen Blätter der einzelnen Rollen auf. Dazu erkläre ich je nach Alter noch kurz was damit gemeint ist.

  • Chef: Hast du die Führung im Game übernommen und gesagt wer was zu tun hat?
  • Erfinder: Hast du deine Kreativität eingesetzt und Dinge erfunden um das Ziel möglichst zu erreichen?
  • Motivator: Hast du die anderen Teilnehmer in der Gruppe motiviert weiterzumachen?
  • Mitarbeiter / Helfer: Hast du einfach mitgeholfen, das Ziel zu erreichen, ohne zu sagen wie es läuft oder Ideen zu entwickeln?
  • Beobachter: Hast du auch mal bei den anderen Gruppen geschaut, wie es bei diesen läuft und ob das was entsteht am Ende auch zusammenpasst?

Nach dieser kurzen Vorstellung der einzelnen Rollen, lasse ich jeden einzelnen dort hinstehen, wo er sich am meisten sieht. Danach stelle ich bei allen Rollen konkrete Fragen:

  • Was macht denn für euch ein Chef aus? Was trägt er eurer Meinung nach für eine Verantwortung?
  • Was für Qualitäten braucht ein Erfinder?
  • Wie habt ihr die anderen ermutigt?
  • Was hast du bei den anderen Gruppen beobachtet? Was hast du mit diesen Beobachtungen gemacht?

Dieses positionieren und die gezielten Fragen helfen den einzelnen Teilnehmern der Gruppe zu erkennen, wo ihre persönlichen Stärken/Fähigkeiten liegen und indem sie sich selbst Gedanken über ihre Rolle machen, wird das gleich noch vertieft.

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