Foto ©The Chosen, LLC

Es geht weiter: Staffel 2 der Jesus-Serie «The Chosen» wird released. Am 22.05. lief die erste Folge im Livestream, mit Grüßen von Original-Schauspielern und Auftritten der Botschafter. Rebecca Krämer hält ein Interview mit dem Leiter von «The Chosen Deutsch», Lukas Furch.

Rebecca: Was liegt dir persönlich am Projekt «The Chosen»?

Lukas: Das Herzensanliegen von Samuel Koch und mir war es, Projekte zu fördern, die das Christentum in seiner Essenz wieder mehr in die Öffentlichkeit bringt. Die DNA und Vision von der «The Chosen»-Serie hat hierzu gut gepasst. Wir haben uns gefragt: Wie kann man ein Projekt in die Welt setzen, hinter dem das gesamte Christentum steht? Denn dann wird die Serie auch relevant für die Öffentlichkeit!

Soweit ich weiß, hast du den Filmemacher Dallas Jenkins und auch den Jesus-Darsteller Jonathan Roumie letztes Jahr in Rom getroffen. Wie war das für dich?

Das war für mich eine Aktion, bei der die Vision sehr konkret wurde. Für mich war das ein ökumenisches Event. Um so einen Auftakt zu machen, muss auf jeden Fall ein Katholik, einer aus der Landeskirche, ein Freikirchler und jemand ohne «offizielle» Konfession mitkommen. Aus der katholischen Ecke habe ich Johannes Hartl mitgenommen, weil er die Serie mag und ich ihn schon vorher kennengelernt hatte. Für die evangelische Landeskirche habe ich Gunnar Engel mitgenommen, für die Freikirchen Christopher Schacht und schließlich Samuel Koch, der nicht fest einer Konfession angehört. Wir sind zusammen hingereist und mir war wichtig, dass alle Jonathan, den Jesus-Schauspieler, und Dallas Jenkins kennenlernen. Denn: Durch Freundschaft entstehen schöne Dinge. Deshalb möchte ich meine Projekte immer beziehungsorientiert gestalten! Wir haben uns viel Zeit genommen in Rom, uns mit Dallas unterhalten und mit Jonathan ein Interview gemacht. Es ist ein Gefühl von einem gemeinsamen Unterwegssein entstanden. Im Gespräch mit Dallas habe ich mich in meiner Vision bestätigt gefühlt. Ich habe nochmal mehr die Hintergründe verstanden und warum er die Lücken in der Bibel so kreativ füllt, wie er es in der Serie tut. Dieses «Lückenfüllen» hat Tobias Teichen in einem Statement mal sehr treffend zusammengefasst: «Die Serie basiert auf drei Dingen. Erstens: Eine Nähe zur Bibel. Zweitens: Historische Richtigkeit. Und drittens: Die Lücken, die die Bibel lässt, kreativ zu füllen.»

Was ist so anders an «The Chosen»?

Dallas Jenkins möchte die Geschehnisse aus der Sicht der Menschen zeigen, die sie miterlebt haben. Jesus ist, wenn man so will, nicht mal die Hauptfigur in dieser Serie. Man lernt das Leben der Leute kennen und merkt, was passiert, wenn Jesus in ihre Leben tritt – was manchmal deutlich anders ist als das, was man verstanden hat, als man die Bibel gelesen hat. Ein Beispiel dafür ist, als Jesus die Schwiegermutter von Simon Petrus heilt. In der Bibel erkennt man den Wert davon nicht völlig, weil man eben erst von ihr erfahren hat. Wenn man aber das Leben von Simon Petrus kennt und weiß, wie anstrengend es ist und wie die Krankheit der Schwiegermutter sogar seine Ehe belastet, dann versteht man, wie wertvoll es war, dass Jesus sie gesund macht.

Das Besondere an diesem ganzen Projekt ist seine DNA. «Gewöhn dich an anders» – was auch der Slogan von Staffel 1 ist! Jesus wird in dieser Serie anders dargestellt – er ist humorvoll, witzig. Ein bisschen unberechenbar und nicht in Schubladen einzuordnen. Dadurch kann jeder selbst entscheiden, was er damit macht – oder auch nicht. Für manche ist die Serie nur Unterhaltung. Somit können auch Atheisten und Agnostiker mit der Serie warm werden.

Die DNA reicht weit und zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass man die Serie nicht klassisch, sondern über eine App schaut. Ich kann die Serie umsonst sehen. Wenn es mir gefällt, zahl ich für den Nächsten, damit auch er wieder umsonst gucken kann. Dieses Konzept und generell die Grundidee, die Serie kostenlos zur Verfügung zu stellen, sind Beispiele für diese DNA. Auch jedem Meeting mit den Amerikanern merkt man dieses «anders» an.

Hast du eine Lieblingsszene aus Staffel 1?

Ich habe eine Lieblingsszene. Ich bin ja selbst in erster Linie auch Fan und freu mich extrem über jede neue Staffel. Weil ich Hobby-Theologe bin, ist meine Lieblingsszene das Gespräch von Jesus und Nikodemus auf dem Dach. Die Szene finde ich aus theologischer Sicht sehr wertvoll! Das Gespräch hatte ich in der Bibel auf diese Art nie so richtig wahrgenommen. Rein vom theologischen Aspekt finde ich das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus unfassbar revolutionär fürs ganze Christentum. Allein deswegen würde ich jedem Christen empfehlen, die Serie zu schauen. Es ist eine theologische Neuheit, eine theologische Reformation, die da passiert!

Meine Lieblings-Episode allerdings ist Episode 3 mit Jesus und den Kindern. Ich fand den Moment so gut, als man sieht, wie Jesus abends auf seinem Zeltplatz für den Tag dankt und sich dann auf einen Stein schlafen legt. So herrlich menschlich und nahbar. Er putzt sich die Zähne mit so einem komischen Tuch. Deshalb mag ich Episode 3 – sie macht das lebendig, was die Serie erreichen will: Die Menschen von damals zu zeigen, wie sie (vermutlich) waren.

Auf was freust du dich in Staffel 2?

Wir denken, das Gleichnis mit dem verlorenen Schaf hat Jesus einfach so erzählt, weil er schlau und weise ist. Ich finde es herrlich, dass dieses Gleichnis in der Serie in einem Gespräch mit einem Hirten entsteht. Er fragt: «Ist hier ein Hirte anwesend?» Und der Hirte antwortet: «Ja, ich.» Und Jesus sagt: «Was würdest du machen, wenn eins deiner Schafe fehlt?». Der Hirte antwortet: «Na, wenn ein Schaf weg ist, dann ist doch klar, dass ich es suchen gehen würde.» Ich finde es wirklich schön, wie Jesus zusammen mit seinen Zuschauern das Gleichnis erschafft.

Jele Mailänder hat mal gesagt: «Die Serie zeigt, wie es hätte sein können!» Als Jesus die Bergpredigt entwickelt, geht er abends zu Matthäus und sagt: «Matthäus, du musst mir nochmal helfen. Soll ich wirklich damit anfangen oder klingt das zu platt?» Er arbeitet mit seinem Buddy eine Predigt aus – ist doch sehr nachvollziehbar, oder? Natürlich muss er diese Predigt vorbereiten. Matthäus schlägt ihm vor: «Wie wäre es, wenn du mit dem anderen Teil anfängst: Glücklich sind, die … Ich glaub, das könnte cool werden.»

Auch gibt es in Staffel 2 schöne Heilungsgeschichten und Wunder von Jesus. Und der Umgang mit den Pharisäern ist so wertschätzend und klar. Das ist mein Highlight: Wie nahbar Jesus ist.

 

 

Die DVD der Staffel 2 ist ab 26.08. erhältlich.

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